# E-Commerce-Geschäftsmodelle: Strukturen, Strategien und Erfolgsbeispiele Wenn du im **Onlinehandel** Fuß fassen möchtest, hast du die Qual der Wahl. Du musst dir nicht nur die Frage stellen, was du **verkaufen** möchtest oder welche **Zielgruppe** dein Angebot anspricht. Es ist auch wichtig, ein **Geschäftsmodell** zu wählen, das zu deinem Vorhaben passt und nachhaltigen Erfolg verspricht. Doch welche **E-Commerce-Geschäftsmodelle** gibt es überhaupt und was zeichnet sie aus? In diesem Blog haben wir uns diesem Thema gewidmet. Wir befassen uns damit, was ein Geschäftsmodell überhaupt ist und was es beschreibt. Dabei werfen wir auch einen Blick auf gängige Geschäftsmodelle im E-Commerce und wo du sie in deinem Alltag bereits entdecken kannst. Außerdem wagen wir einen Blick in die Zukunft und fragen danach, wie sich diese **E-Commerce-Konzepte in Zukunft** entwickeln könnten. Viel Spaß beim Lesen! ![Ein Geschäft wird geschlossen](https://cms.ikas.com/wp-content/uploads/2024/03/geschaeftsmodelle-im-e-commerce-1024x538.webp) ## Was ist ein E-Commerce-Geschäftsmodell? Durchforstet man das Internet, wird man schnell feststellen, dass es offenbar keine feste Definition des Begriffs „Geschäftsmodell‟ gibt. Die Gründerplattform des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BmWK) beschreibt das **Geschäftsmodell** als Basis und **Funktionsweise eines Unternehmens** sowie als Beschreibung des Geschäfts, in der nur das Wesentliche berücksichtigt wird. Die Karrierebibel nennt es dessen **Funktionen**, **Aktionen** und **Interaktionen**, die das Ziel haben, Produkte, Werte und Gewinne zu schaffen. Das Gabler Wirtschaftslexikon führt gleich mehrere verschiedene Definitionen des Begriffs „Geschäftsmodell‟ auf. Manche Definitionen sind kurz und prägnant, andere deutlich differenzierter. Ist das Unternehmen im E-Commerce beheimatet, kann analog dazu von einem **E-Commerce-Geschäftsmodell** oder **E-Commerce Business Model** gesprochen werden. Gemeinsam ist allen Definitionen offenbar die Funktion, die der Begriff „Geschäftsmodell‟ erfüllt: Mit ihm soll die **Art und Weise** beschrieben werden, wie ein Unternehmen **Geld erwirtschaftet**, wie es funktioniert und welche Faktoren dabei eine essenzielle Rolle spielen. Doch was gehört da alles dazu? Welche **Faktoren** **relevant** sind und aufgeführt werden sollten, kann durchaus unterschiedlich sein. Auf der oben bereits erwähnten Gründerplattform des BmWK werden **vier Faktoren** aufgeführt, die zur Beschreibung eines Geschäftsmodells gehören: die **Value Proposition**, die **Geschäftsstruktur**, das **Ertragsmodell** und der **Unternehmensgeist**. ### 1\. Value Proposition: der Kundennutzen Der englische Begriff „Value Proposition‟ bedeutet auf Deutsch übersetzt in etwa so viel wie „Wertversprechen‟. Damit ist **der Kundennutzen eines Geschäfts** gemeint. Im ersten Punkt steht deshalb die folgende Frage im Fokus: Inwiefern nutzt die **Tätigkeit eines Unternehmens** seiner **Kundschaft**? Dabei geht es nicht vorrangig um das angebotene Produkt per se, sondern um dessen **Zweck**, seine **Funktion** – und insbesondere die Art und Weise, wie es **das Leben der Kundschaft positiv beeinflusst**. Ein bestimmtes Lebensmittel macht vielleicht satt, gesund und glücklich. Ein besonders ausgefallenes Sitzmöbel sorgt für Komfort und mehr Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden. Möchtest du den **Kundennutzen eines Produkts** darlegen, dann beschreibe, welche **Kundenbedürfnisse** es erfüllt oder welche **Probleme** es löst. Dazu musst du [deine Zielgruppe gut kennen](https://ikas.com/de/blog/zielgruppe-finden). ### 2\. Die Geschäftsstruktur Mit der Geschäftsstruktur ist die Art und Weise gemeint, wie ein Geschäft **organisatorisch aufgebaut** ist. Dabei sollten die folgenden Punkte beschrieben werden: - Das **Angebot** bzw. Produkt, - die **Gestaltung des Vertriebs** inkl. der **Kommunikationswege**, - der Aufbau der **Produktproduktion** oder **\-beschaffung**, - die **Schlüsselkompetenzen** des Unternehmens und - unverzichtbare **Geschäftspartner**. ### 3\. Das Ertragsmodell Bei der Beschreibung des Ertragsmodells wird aufgezeigt, wie ein Unternehmen Umsatz generiert. Ein **durchdachtes Ertragsmodell** ermöglicht es einem Unternehmen, seine **Rentabilität** zu bewerten und **langfristig erfolgreich** zu sein. In das Ertragsmodell werden die Kostenstruktur und Ertragsquellen einbezogen. Mit der **Kostenstruktur** wird dargestellt, welche **Ausgaben** für das Unternehmen anfallen und wie diese organisiert sind. Sowohl Fixkosten als auch variable Kosten werden dabei berücksichtigt. Demgegenüber stehen die **Ertragsquellen**. Diese umfassen alle Arten und Wege, auf denen das Unternehmen Einnahmen generiert – zum Beispiel den Verkauf von Waren. ### 4\. Der Unternehmensgeist Bei der Definition des Unternehmensgeistes oder der **Unternehmenskultur** steht der Mensch im Vordergrund. Dabei werden nicht nur **die Werte des Unternehmens** beschrieben, sondern auch die Art und Weise, wie sich die **Belegschaft** zusammensetzt – sowohl in Hinsicht auf **fachliche Fähigkeiten** als auch auf **soziale Kompetenzen**. ## Die Bedeutung von E-Commerce-Geschäftsmodellen **Geschäftsmodelle** speziell für den **Onlinehandel** spielen in der heutigen Zeit eine große Rolle. Denn die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet fort. Laut einer Prognose von ibi Research könnte zum Beispiel der **Anteil des Onlinehandels an den Einzelhandelsumsätzen** bereits im Basisszenario **bis 2026** auf **16,7 %** ansteigen. Anstelle nur ortsgebunden zu verkaufen, können Unternehmen mit einem geeigneten **E-Commerce-Geschäft** ihre Produkte **online** bequem **einer viel größeren Zielgruppe anbieten**, so am weltweiten Markt teilnehmen – und dadurch potentiell deutlich **mehr Einnahmen erwirtschaften**. ## Wie entwickelt man ein erfolgreiches E-Commerce-Geschäftsmodell? Eine gute [Idee für ein E-Commerce-Geschäft](https://ikas.com/de/blog/onlineshop-ideen) ist eine vielversprechende Grundlage. Doch wie entwickelst du daraus auch ein **erfolgreiches Geschäftsmodell**? Bedenke, dass dabei auf jeden Fall folgende Fragen beantwortet werden sollten: 1. Welche **Produkte** oder Dienstleistungen bietest du an? 2. Wer ist deine **Zielgruppe**? 3. Wie ist es um den **Kundennutzen** bestellt? 4. Wie wirst du **Umsatz** generieren? Bei der Entwicklung deines E-Commerce-Geschäftsmodells kannst du ein **Business Model Canvas** (BMC) anwenden. Dabei handelt es sich um eine **Methode**, die dabei hilft, ein **Geschäftsmodell schrittweise zu entwickeln**, ohne dabei wesentliche Punkte auszulassen oder durcheinander zu kommen. Dabei werden digital am PC oder analog auf einer Tafel oder Papier **neun Geschäftsfelder** visualisiert. Das sind laut der Industrie- und Handelskammer München & Oberbayern die folgenden: 1. Produkt/Angebot 2. Aktivität/Vorgehen 3. Ressourcen 4. Zielgruppen 5. Kundenbeziehung 6. Vertrieb und Marketing 7. Partner 8. Gründungskosten und laufende Kosten 9. Einnahmen und Umsätze Bei der **Entwicklung deines E-Commerce-Geschäftsmodells** kannst du außerdem die folgenden **sechs Schritte** nacheinander vollziehen: ### 1\. Schritt: Erstelle ein Warenangebot Beim ersten Schritt dreht sich alles um die **Produkte oder Dienstleistungen**, die du verkaufen möchtest. Beschreibe dein Angebot und dessen **Vorteile**. Wie zeichnet es sich aus und wie hebt es sich von anderen ab? Auf **welche Weis**e werden deine Waren **angeboten**? Stellen dich die Beschaffenheit deines Angebots und die Charakteristika deiner Produkte oder Dienstleistungen vor **besondere** **Herausforderungen**? ### 2\. Schritt: Analysiere deine Zielgruppe und deren Bedürfnisse Im zweiten Schritt befasst du dich mit der **Zielgruppe für dein Angebot**. Wer sind die Menschen, an die sich dein Angebot richtet? Was bewegt sie? Was macht sie aus? Baue ein **Verständnis** für deine Zielgruppe und deren **Bedürfnisse** auf. ### 3\. Schritt: Bestimmte deine Verkaufsstrategie Du kennst dein **Warenangebot** in- und auswendig und weißt, wie die **Zielgruppe** gestrickt ist, die du als deine Kundschaft auserkoren hast. Damit ist es an der Zeit, auf Basis dieses Wissens eine geeignete [Verkaufsstrategie](https://ikas.com/de/blog/was-gibt-es-fuer-verkaufsstrategien) zu entwickeln. Die **Verkaufsstrategie** beschreibt die **Methode**, mit der du deine Waren verkaufen möchtest. Dahinter steht die Frage, wie und auf welchen **Vertriebskanälen** du potenzielle Kundschaft **ansprechen** und **zum Kauf motivieren** möchtest. Unterschieden wird dabei zwischen **Inbound- und** **Outbound-Verkaufsstrategien**. Auf Deutsch übersetzt bedeutet das in etwa so viel wie „eingehende und ausgehende Verkaufsstrategien‟. Ob eine Verkaufsstrategie inbound oder outbound ist, hängt von der Art der Kundenansprache ab. Bei **Inbound-Verkaufsstrategien** werden Verkaufs- und Marketingaktionen umgesetzt, die darauf abzielen, dass die Kundschaft auf das Unternehmen zugeht. Im E-Commerce könnte das Ziel der Inbound-Verkaufsstrategie zum Beispiel sein, dass die Kundschaft den Onlineshop aufsucht. **Outbound-Verkaufsstrategien** setzen hingegen auf die proaktive und **direkte Kundenansprache**, zum Beispiel auf Messen oder via Kaltakquise. ### 4\. Schritt: Wähle eine Preisstrategie Passend zu Angebot, Zielgruppe und Vertriebsstrategie solltest du **eine geeignete Preisstrategie bestimmen**. Laut **BWL-Lexikon.de** ist die Unterscheidung zwischen statischen und dynamischen Preisstrategien wesentlich. Verfolgt dein Unternehmen eine **statische Preisstrategie** (auch „Festpreisstrategie‟), legst du die Preise des Angebots fest. Zur Orientierung dienen dir dabei die **Preise von Mitbewerbern**, anhand derer du dich für eine **Hochpreisstrategie**, eine **mittlere Preisstrategie** oder eine **Niedrigpreisstrategie** entscheiden kannst. Möchtest du dich nicht für einen Festpreis entscheiden, sondern im Laufe der Zeit immer wieder Preisanpassungen vornehmen, verfolgst du eine dynamische Preisstrategie. BWL-Lexikon.de unterscheidet hierbei weiter zwischen der Skimming-Strategie und der Penetrationsstrategie. Die **Skimming-Strategie** zeichnet sich dadurch aus, dass zunächst ein hoher Preis angesetzt wird. Je nach fehlender Nachfrage wird dieser gesenkt. Anders verhält es sich bei der **Penetrationsstrategie:** Hier startest du mit einem besonders niedrigen Preis. Dadurch kannst du dich womöglich gut gegen Mitbewerber durchsetzen. Hat sich deine Marke erst einmal etabliert, kannst du den Preis gegebenenfalls erhöhen. ### 5\. Schritt: Erstelle ein Ertragsmodell und führe Rentabilitätsanalysen durch Erstelle zunächst deine **Kostenstruktur**, die sowohl deine Gründungskosten als auch zukünftige fixe und variable Kosten beinhaltet. Dann führst du deine Ertragsquellen auf. Auf Basis der Kostenstruktur und der Aufstellung deiner Ertragsquellen kannst du eine **Rentabilitätsanalyse** für dein E-Commerce-Geschäftsmodell vornehmen, um dessen **Rentabilität zu bewerten**. ### 6\. Schritt: Teste und Optimiere das Geschäftsmodell Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Theorie in die **Praxis** umgesetzt werden muss. Nur so kannst du dein Geschäftsmodell in der echten Welt erproben und herausfinden, ob es nicht nur auf dem Papier, sondern auch tatsächlich umsetzbar ist und gut funktioniert. Ein Geschäftsmodell ist selten sofort und langfristig perfekt – die Welt des E-Commerce ist hochdynamisch. Es ist wichtig, dass du dein Geschäftsmodell **immer wieder überprüfst** und gegebenenfalls nachbesserst. ![Verschiedene Geschäftsmodelle](https://cms.ikas.com/wp-content/uploads/2024/03/geschaeftsmodelle-1024x538.webp) ## Welche verschiedenen E-Commerce-Geschäftsmodelle gibt es? Eine gibt eine einfache Art, **E-Commerce-Geschäftsmodelle** zu kategorisieren. Dabei betrachtet man die **Wirtschaftssubjekte**, die miteinander **Handel treiben**. Sie werden auch **Wirtschaftseinheiten** genannt und bezeichnen auf der einen Seite diejenigen, die ein Produkt oder Dienstleistung verkaufen, und auf der anderen Seite die Kaufenden. Auf diese Weise unterscheidet man im E-Commerce zwischen folgenden **Geschäftsmodellen**: - [B2B: Business-to-Business](https://ikas.com/de/blog/b2b-business-to-business) (von Unternehmen zu Unternehmen) - [B2C: Business-to-Consumer](https://ikas.com/de/blog/b2c-business-to-consumer) (von Unternehmen zu Konsument) - **C2B**: Consumer-to-Business (von Konsument zu Unternehmen) - **C2C**: Consumer-to-Consumer (von Konsument zu Konsument) - **B2G**: Business-to-Government (von Unternehmen zu staatl. Behörde) - **G2C**: Government-to-Consumer (von staatl. Behörde zu Konsument) Betrachten wir die einzelnen Modelle im Folgenden genauer. ### B2B-Modell (Business-to-Business) Beim **Business-to-Business-Modell** verkauft ein Unternehmen Waren und Dienstleistungen **an Geschäftskunden**. #### Beispiele für erfolgreiche B2B-Geschäfte 1. Amazon betreibt mit **Amazon Business** eine Plattform für B2B-Kunden. 2. Das Großhandelsunternehmen **METRO** verkauft in seinem Onlineshop sowohl Lebensmittel als auch Non-Food-Produkte. Das Angebot richtet sich insbesondere an Geschäftskunden. 3. Die **Bechtle AG** ist ein deutsches IT-Unternehmen, das sowohl IT-Dienstleistungen als auch IT-Produkte speziell für B2B-Kunden verkauft. Auf ihrer Website können zum Beispiel Hardware und Software erworben werden. #### Marketingstrategien und Kundenbindung im B2B Im B2B-Bereich ist der **Umgang zwischen Händler und Käufer** sehr professionell. B2B-Unternehmen haben häufig wenige Großkunden. Diesen Umständen sollten sich die Marketingstrategien des B2B-Unternehmens anpassen. B2B-Händler setzen bei der Kundenansprache in der Regel auf Vertriebsmitarbeiter. Wodurch sich **B2B-Geschäftsmodelle** insbesondere im E-Commerce auszeichnen, haben wir uns bereits in einem eigenen [Blogartikel zum Thema B2B](https://ikas.com/de/blog/b2b-business-to-business) gewidmet. Darin findest du viele tiefergehende Informationen sowie allerhand Beispiele für B2B-Geschäftskonzepte. ### B2C-Modell (Business-to-Consumer) Im **B2C-Bereich** verkauft ein **Unternehmen** seine Produkte und Dienstleistungen **an Endverbraucher**. #### Beispiele für erfolgreiche B2C-Geschäfte Es gibt eine Vielzahl an erfolgreichen B2C-Unternehmen, die im Onlinehandel unterwegs sind. Folgende drei B2C-Plattformen gehören zu den [top Onlineshops in Deutschland](https://ikas.com/de/blog/die-besten-onlineshops-in-deutschland): 1. **Amazon** kennt jeder. Im Onlineshop des bekannten **Onlineversandhändlers** können Konsumenten Produkte aller Art finden und online bestellen. 2. Auch **OTTO** bietet ein großes Sortiment an Waren für Endverbraucher an. 3. Längst verkauft **Zalando** nicht mehr nur Schuhe in seinem B2C-Shop. Auch Produkte anderer Kategorien sind bei Zalando zu haben. #### Marketingstrategien und Kundenbindung Schnelle **Kaufentscheidungen**, individuelle Kaufmotivation, kurze **Kaufprozesse**, ein breiter Markt und mehr: Der **Verkauf von Waren an Endverbraucher** bringt viele Eigenheiten mit sich. Diese wirken sich auf die Marketingstrategien der B2C-Unternehmen aus. Beliebte Marketingstrategien im B2C-Onlinehandel sind zum Beispiel diese: - Suchmaschinenmarketing (SEM) - [Suchmaschinenoptimierung (SEO)](https://ikas.com/de/ikas-seo) - [Social-Media-Marketing](https://ikas.com/de/blog/social-media-marketing-tipps) - [Influencer-Marketing](https://ikas.com/de/blog/was-ist-influencer-marketing) - Content-Marketing - [E-Mail-Marketing](https://ikas.com/de/blog/was-ist-email-marketing) Ebenso passen sich die Strategien im **CRM** (Customer Relationship Management) oder **Kundenbeziehungsmanagement** an die Besonderheiten des B2C-Bereichs an. Dazu gehören zum Beispiel die regelmäßige Kommunikation mit der Kundschaft via Social Media oder [Newsletter](https://ikas.com/de/blog/newsletter-erstellen), Treueprogramme und das Einholen von Kundenfeedback. Du möchtest noch **mehr Informationen** rund um dieses Geschäftsmodell? Kein Problem! Dem [Geschäftsmodell B2C und dessen Vorteilen, Problemen und Chancen](https://ikas.com/de/blog/b2c-business-to-consumer) haben wir uns bereits in einem eigenen Blog gewidmet. ### C2B-Modelle (Consumer-to-Business) Nicht nur Unternehmen können an die Stelle des Verkäufers treten. Es geht auch andersherum: Beim C2B-Modell sind es die **Einzelpersonen**, die ihre Dienste Geschäftskunden anbieten. Es bedarf dabei lediglich einer entsprechenden C2B-Plattform, auf der der C2B-Handel stattfinden kann. Wie dieses Geschäftsmodell in der Praxis aussehen kann, zeigt sich am einfachsten an ein paar gängigen Beispielen. #### Beispiele für erfolgreiche C2B-Geschäfte 1. Die Plattform **Fiverr** verbindet **Freelancer** aus zahlreichen Bereichen wie IT, Grafikdesign oder [Digital Marketing](https://ikas.com/de/blogs/category/digitales-marketing) mit potenziellen **Geschäftskunden**. 2. Mithilfe der **Crowdfunding-Plattform Kickstarter** können Personen oder Start-ups Projekte finanzieren. Geldgeber sind die Verbraucher. 3. Über Plattformen wie zum Beispiel **Storyclash** können Unternehmen passende Influencer finden und engagieren. 4. Kreative Einzelpersonen können ihre Werke auf **Stock-Plattformen** wie Envato anbieten. 5. Sprecher können auf Plattformen wie **VoiceBros.com** Kunden für ihre **Voice-Over-Dienstleistungen** finden. 6. Auch beim **Affiliate-Marketing** bieten Einzelpersonen ihre Dienste an, indem sie zum Beispiel auf ihrem Blog oder einem Post Werbung für bestimmte Produkte machen. #### Marketingstrategien und Kundenbindung im C2B Die große Herausforderung beim **C2B-Marketing** ist der Umstand, dass die Anbieter der Dienstleistungen **Einzelpersonen** und gleichzeitig Kunden der verwendeten C2B-Plattform sind. Je nach Art des Geschäfts können sie ihre Produkte oder Dienstleistungen gegebenenfalls auf der Plattform bewerben (zum Beispiel über ein Bewertungssystem) oder Social Media für Eigenwerbung nutzen. ### C2C-Modelle (Consumer-to-Consumer) C2C-Geschäftsmodelle zeichnen sich dadurch aus, dass Verbraucher untereinander Handel treiben. Das bekannteste Beispiel ist der Flohmarkt. Doch auch das Internet bietet allerhand Möglichkeiten für C2C-Handel. #### Beispiele für erfolgreiche C2C-Geschäfte 1. **eBay** und **Kleinanzeigen** sind die wohl bekanntesten Plattformen hierzulande, auf denen Handel zwischen Verbrauchern stattfindet. 2. Kreative können ihre Werke zum Beispiel auf **Etsy** feilbieten. 3. Auf **Vinted** wechselt Kleidung die Besitzer. 4. Wer sein Haus oder seine Wohnung Reisenden zur Verfügung stellen möchte, kann dafür zum Beispiel **Airbnb** nutzen. 5. Ansässige Privatpersonen können Reisenden zum Beispiel über **Eatwith** unter anderem authentische **Dinner anbieten**. #### Marketingstrategien und Kundenbindung im C2C Hier verhält es sich ähnlich wie beim C2B-Modell. Die Personen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen an andere Verbraucher verkaufen möchten, nutzen vor allem die entsprechenden **Plattformen** oder vielleicht auch ihre **Social-Media-Profile** für Eigenwerbung. ### B2G-Modelle (Business-to-Government) Auch der Staat ist Konsument. Ein **B2G-Business** ist auf staatlichen Einrichtungen und **Behörden** als Kunden ausgerichtet. B2G-Geschäfte werden häufig, aber nicht immer über **Ausschreibungen** geschlossen. **Langfristige Verträge** sind nicht unüblich. #### Beispiele für erfolgreiche B2G-Geschäfte 1. Die **Telekom** bietet auch öffentlichen Einrichtungen ihre Dienste im Bereich Telekommunikation und Netzwerk an. 2. Passende Softwarelösungen sowie Dienstleistungen im Bereich IT können Behörden zum Beispiel von der **DATEV eG** beziehen. 3. Möchten Einrichtungen im öffentlichen Sektor die Verwaltung von Dienstleistungen oder die Kommunikation mit den Bürgern und Bürgerinnen verbessern, können sie zum Beispiel die CRM-Lösungen von **CAS Software AG** nutzen. #### Marketingstrategien und Kundenbindung im B2G Für B2G-Unternehmen ist nicht nur klassische Werbung oder das Teilnehmen an Messen und entsprechenden Events wichtig: Um bestimmte Aufträge zu erhalten, müssen B2G-Unternehmen **Ausschreibungsportale** nutzen und **im Blick behalten**. Kundenbeziehungen können insbesondere durch **Verlässlichkeit** gepflegt werden. ### G2C-Modelle (Government-to-Consumer) Auch Behörden können ihren Bürgern und Bürgerinnen Produkte und Dienstleistungen online anbieten. Dadurch können zum Beispiel **Verwaltungsprozesse** vereinfacht werden. #### Erfolgreiche G2C-Geschäfte 1. Mit **ELSTER** können Deutsche zum Beispiel online ihre Steuererklärung durchführen. 2. Die **Corona-Warn-App** ist weithin bekannt. Während der Corona-Pandemie wurde sie entwickelt und von vielen Menschen genutzt. Die App diente in erster Linie dazu, User vor Risikokontakten zu warnen. Mit der Anwendungen konnten aber auch Testergebnisse abgefragt werden, wenn man zuvor einen PCR-Test an sich durchführen ließ. 3. Auch eine **KFZ-Zulassung** kann inzwischen online auf **i-KfZ** erledigt werden. #### Marketingstrategien und Kundenbindung im G2C Egal ob online, offline oder im öffentlichen Raum: Behörden können mit unterschiedlichen **Marketingaktionen** auf ihre Angebote aufmerksam machen. Je nach Art des Angebots wird dabei die entsprechende Zielgruppe angesprochen. Die Beziehung zwischen Anbieter und Kundschaft ist im G2C-Bereich naturgemäß etwas anders gestrickt als im kommerziellen Kontext. Die Nutzung von Dienstleistungen kann mit einer gewissen **Notwendigkeit** einhergehen, zum Beispiel weil eine Person ihr KFZ anmelden muss. Durch **guten Kundenservice**, **benutzerfreundliche Oberflächen** und die Bereitstellung verständlicher **Informationen** kann **Vertrauen** aufgebaut und die Kundenbindung gestärkt werden. ## Zukunft der E-Commerce-Geschäftsmodelle Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen im E-Commerce, kann man spekulieren, wohin die Reise künftig gehen könnte. Besonders stechen dabei die folgenden Aspekte hervor: - Die rasante Entwicklung im Bereich **künstlicher Intelligenz** sorgt dafür, dass KI-Tools auch den E-Commerce verändern. Nicht nur [KI-generierte Bilder](https://ikas.com/de/blog/ki-bilder-erstellen) und Texte sind online inzwischen zu finden, auch unterschiedlichste mit KI betriebene Tools können im E-Commerce-Bereich zum Einsatz kommen und diesen nachhaltig prägen. - Das Einkaufserlebnis könnte sich mithilfe von Technologien wie **Augmented Reality** (AR) und **Virtual Reality** (VR) anders gestalten: Produktinformationen in Form von Bildern, Texten und Videos können durch VR-Erlebnisse ergänzt werden, bei denen Kunden Produkte via AR oder VR in Augenschein nehmen. - Das Thema **Nachhaltigkeit** könnte in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen, sodass [nachhaltige Produkte](https://ikas.com/de/blog/nachhaltige-produktideen) zunehmend nachgefragt werden. - **Große Plattformen** wie Amazon, AliExpress und Co, bei denen Kunden quasi alles aus einer Hand erhalten, könnten laut Forbes noch weiter wachsen. - Außerdem wird in dem o. g. Artikel davon ausgegangen, dass Social-Media-Plattformen nach den klassischen Online-Marktplätzen die zweitwichtigste Rolle im E-Commerce spielen werden. **Social Commerce** ist demnach nach wie vor im Kommen. - **Omnichannel-Modelle** könnten auch in Zukunft eine wesentliche Rolle für den Erfolg eines E-Commerce-Unternehmens spielen. - Bereits jetzt ist **Mobil Commerce** nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Demnach ist davon auszugehen, dass es für Onlinehändler auch künftig essentiell sein wird, einen mobiloptimierten Onlineshop zu haben. Veröffentlicht von [Rabia Taskiran](https://ikas.com/de/author/rabia) — Content Marketing Specialist